Kirche Kimisi Theotokou Merbaka ( Gegend: Agia Triada)

An der südlichen Spitze der Siedlung befindet sich die franko-byzantinische Kirche der Kimisi Theotokou, eines der bedeutendsten mittelalterlichen Denkmäler auf griechischem Gebiet. Die Kirche gehört zu dem architektonischen Typus der zusammengesetzten, viersäuligen Kreuzkuppelkirche und ist auf einer dreistufigen Basis, mit massigen antiken Steinen im unteren Bereich und im Cloisonnè- System im oberen Mauerbereich gebaut. Die Frage der Entstehung und Datierung steht seit Jahren im Zentrum des Interesses der archäologischen Forschung. Vorherrschend ist die Meinung, dass das Denkmal um 1280 einzuordnen ist, auf Grund seiner gotischen Merkmale (großzügiger Gebrauch von gehauenem Tuffstein, Amphikionisken eines Apsidenfensters, Kionisken der Kuppel u. a.), sowie der an den Innenwänden eingemauerten verschiedenartigsten Keramiken. Herausstechen vorallem die Becher vom frühen Typ der Majolika – Keramik aus Süditalien. Zu den Hinweisen von der Westseite kommt noch die einräumige Krypta unter dem Heiligen Bema (Altarraum) hinzu. Die Fronten der Kirche variieren auch in den verschiedenen antiken Baumaterialien, von denen die Reliefstelen, Inschriften und eine Sonnenuhr besonders hervorstechen.

Von der ursprünglichen Freskenverzierung gibt es keine Spur mehr. Es gibt aber Wandmalereien, hauptsächlich im Bereich des Heiligen Bema, die wahrscheinlich auf das Ende des 14., Beginn des 15. Jahrhunderts zu datieren sind, in die Zeit der ersten venezianischen Herrschaft. Besonders hervorzuheben ist die seltene Darstellung des heiligen Petros, Bischof von Argos, auf der Prothesis.

Gründer der Kirche war wahrscheinlich der Erzbischof von Korinth Wilhelm de Moerbeke (1277-1286), eine herausragende Persönlichkeit dieser Zeit, redegewandt und hellenophil. Er war Übersetzer antiker griechischer Schriftsteller. Man geht sogar davon aus, dass er selbst das antike Material auswählte, um damit, nach dem Konzil von Lyon (1274), an dem Moerbeke teilgenommen hatte, die Vereinigung der beiden Kirchen zu symbolisieren. Die Siedlung Merbaka ist wahrscheinlich nach ihm benannt.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte die Kirche zum Friedhof und 2001 im Rahmen des 2. CSF wurde die Verlegung des Friedhofs an einen anderen Ort und die Gestaltung der den Friedhofs und des ihn umgebenden Bereichs durchgeführt.